Gibt es universelle Werte?

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
wir sind auf WordPress umgezogen. Ein modernes, responsives Design mit guten Navigationsmöglichkeiten soll dazu dienen, dass Du das MetaPortal für Nachhaltigkeit optimal nutzen kannst. 
Du findest die neue Seite unter www.was-sollen-wir-tun.de und www.jetzt-handeln.com.
Was sollen wir tun?

Ist das überhaupt eine Frage, die uns bewegt? Es ist jedenfalls die Grundfrage der Ethik.

Wenn es um die Frage geht: "was sollen wir tun?", und Positionen vertreten werden, die eine Einschränkung der individuellen Entfaltung und Möglichkeiten zu enthalten scheinen, dann kommt häufig Einwand, man dürfe nicht die "moralischen Keule" schwingen. Was könnte damit könnte gemeint sein? Vielleicht, dass die Moral hier zum Hindernis für ein persönliches Interesse erklärt wird. Dann wird die Moral selbst diskreditiert indem man deren Legitimität an sich in Frage stellt. Leider fehlt an dieser Stelle meist jegliche Begründung, warum die Legitimität der Moral in Frage gestellt wird. Es genügt, sich der kognitiven Dissonanz zu entledigen, indem man eben diesen Spruch sagt.

Wer hingegen "moralisch" auftritt, mag vielleicht "Recht haben", aber er macht sich ganz oft richtig unsymphathisch. Moral ist uncool, ist Spielverderberei, ist was für Gutmenschen, die meinen, sie seien besser als andere. Sollen Sie´s doch sein, ich mach was ich will!

Tatsächlich ist Moral ein schwieriger Begriff (link: Wikipedia), denn in der Geschichte der Menschheit und deren Religionen wurden viele Ge- und Verbote aufgestellt und mit Begriffen wie "Gottes Wille" legitimiert, die wir heute als fehlgeleitet erkennen. Ein prominentes Beispiel ist etwa die Diskreditierung homosexueller Orientierungen.

Wir verwenden das Wort "Ethik" und verstehen darunter das Bemühen, die Frage "was sollen wir tun" so zu beantworten, dass Menschen auf der Grundlage nachvollziehbarer Erfahrungen und vernünftigen Denkens zu einer intersubjektiven Übereinstimmung kommen können. Mehr zum Begriff Ethik findet Ihr z.B. auf der Webseite des Netzwerks "Ethik heute".
Aber wie man es auch dreht und wendet: Die Frage "was sollen wir tun?" beinhaltet eine (scheinbare) Einschränkung, Denn ich will ja tun, was ich möchte, was mir in den Sinn kommt und gerade zur Befriedigung meine Bedürfnisse geeignet scheint. Allenfalls gesetzliche Verbote können mich daran hindern, denn gesetzliche Verbote umfassend doch die Ethik, oder? Wir wissen natürlich, dass dem nicht so ist.

Gibt es universelle ethische Werte, die für alle Menschen gelten können, unabhängig davon, welcher Religion oder welchem Kulturkreis sie angehören?

Einer dieser Werte könnte sein: alle Menschen haben die gleiche Würde und das gleiche Recht, für sich zu sorgen. Das ist nicht eine Erfindung von ein paar idealistischen Träumern, sondern eine schlichte Tatsache, von der wir ausgehen müssen, wenn wir als Menschheit bestehen wollen.

Ein weiterer Wert könnte sein: Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, fühlenden Wesen Leid anzutun und ihnen Qualen zu bereiten. Es ist nicht auszuschließen, dass es Situationen geben könnte, in denen es davon eine Ausnahme gibt (vgl. z.b. die Diskussion über Tierversuche), aber in allen diesen Fällen ist eine sorgfältige Prüfung und kritische Rechtfertigung erforderlich und das Maß in dem Leid erzeugt wird, darf einen zu bestimmenden Punkt niemals überschreiten.

Nun ist es so, dass die Autoren dieser Webseite selbst keineswegs Heilige sind. Man wird uns zahllose Situationen aufzeigen können, in denen wir selbst anders handeln, als dies den klaren Fakten und Grundwerten entsprechen würde. Warum wagen wir es also trotzdem, uns in dieser Weise an die Öffentlichkeit zu wenden? Wir tun dies, weil wir glauben, dass wir einander unterstützen müssen, dass wir einander helfen müssen, wenn es darum geht, so zu handeln, dass Menschen in Zukunft nicht nur überleben, sondern auch gut leben können.
Ein Beispiel: Es ist leichter, auf einen zweiwöchigen Strandurlaub in Thailand zu verzichten, wenn in der Gesellschaft keine Zustimmung mehr für interkontinentale Spaß-Flüge existiert. Es ist vielleicht noch leichter, auf diesen Flug zu verzichten, wenn einem völlig klar ist, dass man durch CO2-Einsparung einen positiven Beitrag für das Leben der Kinder und Enkelkinder leistet.
Tatsächlich gibt es derzeit eine Wiederentdeckung der Scham. Lesenswert: Jennifer Jacquets "Is shame necessary". "
...shaming can function as a nonviolent form of resistance that, in turn, challenges institutions, organizations, and even governments to actuate large-scale change. Jacquets argues that when applied in the right way, the right quantity, and at the right time, shame has the capacity to keep us from failing other species in life's fabric and, ultimately, ourselves.
IMG 20190517 190307
Aber könnte es uns nicht auch mit Freude erfüllen, wenn wir einen Lebensstil praktizieren, der mehr und mehr im Einklang ist mit der Natur ist und auch die Lebensrechte zukünftiger Generationen achtet? Dann finden wir vielleicht auch andere (und räumlich näher liegende) Orte und Quellen des Glücklichseins. Dann können wir den Tieren wieder in die Augen sehen und unser Herz öffnen. Wir müssen Ärmere nicht mehr als Bedrohung betrachten, sondern können uns freuen, wenn wir die Chance haben, andere zu unterstützen. Der Buddhismus lehrt aus langer Erfahrung, dass Mitgefühl eine Quelle der Freude und des Glücks ist.

Wo bleibt die Freude, wenn wir uns in manchen Dingen einschränken?

Wenn Du die Vorschläge, Ideen und Empfehlungen auf dieser Webseite liest, dann wirst du vielleicht zuerst denken: Oje, da habe ich überhaupt nichts mehr, woran ich mich freuen kann. Das vermiest mir ja alles! Was "darf" ich denn überhaupt noch? Woran kann ich mich denn dann noch freuen?

Wo bleibt die Freude, wenn wir uns in manchen Dingen einschränken? mehr lesen...

Ansätze für eine ethische Grundorientierung

Es gibt eine Reihe von Projekten, die es sich zum Ziel gesetzt haben, einen Wertekanon zu definieren, der für alle Menschen gelten könnte. Wir möchten Euch einige Vorstellen - manche sind schon allgemein bekannt, manche noch recht unbekannt.

Achtsamkeit

Die 5 Silas aus dem Buddhismus - in die Neuzeit übertragen von Thich Nath Hanh

"The Five Mindfulness Trainings represent the Buddhist vision for a global spirituality and ethic."

Der Zen Meister Thich Nath Hanh hat die 5 Silas - grundlegende ethische Regeln im Buddhismus - in eine Form gebracht, die dem modernen Menschen zugänglich ist und die tatsächlich das Potential hat, für alle Menschen, unabhängig von ihrer (nicht-)konfessionellen Ausrichtung, eine ethische Orientierung zu sein.

Die Menschenrechte

Hier findet Ihr die allgemeine Erklärung der Menschenrechte direkt auf der Seite der UN.
Bis heute ist deren Einhaltung alles andere als selbstverständlich.

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde u.a. aus dem Willen geboren, nie wieder ein Regime wie den Nationalsozialismus zuzulassen. Auch wenn es immer wieder Bestrebungen gibt, Grundrechte insbesondere für Nicht-Deutsche einzuschränken, bleibt das Grundgesetz im Kern bis heute den allgemeinen Menschenrechten verpflichtet.

Übrigens: Auch dem Grundgesetz wird immer wieder zugesetzt, wie der Artikel "70 Jahre Streit" zeigt (M. Klingst in Zeit online, 22.5.19)

Projekt Weltethos

"Mit der Idee des Weltethos strebt Hans Küng an, den Grundkonsens bereits bestehender Gemeinsamkeiten im Ethos den Menschen immer wieder neu bewusst zu machen. Und zwar religiösen wie nicht religiösen Menschen weltweit in allen Lebensbereichen. Er ist überzeugt: Für ein friedliches Zusammenleben sind Menschen auf einen solchen Konsens über ethische Normen und Maßstäbe angewiesen."

Hier findet Ihr die Erklärung zum Weltethos in ihrer aktuellsten Form - und hier den Originaltext der Erklärung von 1993 auf Deutsch.

Dankbarkeit als innere Grundhaltung zum Leben

Bruder David Steindl-Rast vermittelt die Essenz seiner spirituellen Erfahrung als Dankbarkeit. Auf seiner Webseite www.gratefulness.org lädt er Dich ein, diese Erfahrung zu teilen.

Was hat Dankbarkeit mit Ethik zu tun? Es ist vor allem folgende Sichtweise:

Alles was wir sind und haben, ist uns gegeben. Unsere Gene, unsere Eltern, die Zeit in der und der Ort an dem wir geboren wurden - all das haben wir uns nicht ausgesucht. Es ist kein Verdienst und keine Strafe, in diese oder jene Situation hineingeboren zu sein, mit diesen oder jenen genetischen Anlagen. Es gibt kein vorbestehendes Ich, das sich auf irgendwelche Verdiente etwas einbilden könnte. Denn auch unsere Fähigkeit, zu denken, zu wollen, usw. - alles ist uns gegeben. Alles was wir sind und haben ist abhängig von Bedingungen, die wir nicht selbst geschaffen haben. Das gilt natürlich auch für unsere Eltern.

Damit fällt auch jede quasi-moralische Rechtfertigung von Ungleichheit schnell in sich zusammen.

Nun kommt natürlich sofort die Frage, was denn mit der Freiheit sei - wenn man diese Sichtweise teilt - ist man dann noch frei?

Ich möchte dies offen lassen. Hier geht es nämlich nicht um eine primär kognitive Diskussion, lasst Euch lieber anrühren von Bruder Davids tiefer Erfahrung der Dankbarkeit, die er hier in einem Video vermittelt.

Gewaltfreie Kommunikation

Was hat Gewaltfreie Kommunikation mit der Grundfrage der Ethik zu tun? Man kann die GfK als eine Art "Ethik der Kommunikation" ansehen.
GfK gibt vor allem eine Antwort auf die Frage, WARUM wir tun, was wir tun: Weil wir organismische Bedürfnisse befriedigen wollen - die wir mit allen Menschen im Wesentlichen gemeinsam haben. Streit und Gewalt entsteht nicht wegen unserer Bedürfnisse, sondern aufgrund der Strategien, mit denen wir diese zu befriedigen suchen.
Hier gibt es mehr Informationen zur Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg
Die praktische Seite der GfK im Hinblick auf die Ziele dieses Portals liegt vor allem darin, dass uns diese Kommunikationshaltung ermöglicht, aufrichtig empathisch mit Menschen zu kommunizieren, die unsere Überzeugungen nicht teilen. Was bewegt "die Anderen", was brauchen und suchen Sie? Marshal Rosenberg sagt: "Jedes Nein ist ein Ja zu etwas anderem". Wenn wir auf der Ebene der Bedürfnisse kommunizieren, ist Verstehen möglich - und darin wird auch das jeweils berechtigte Anliegen von denjenigen sichtbar, deren Überzeugungen und Strategien sich von den unseren scheinbar unüberwindlich unterscheiden. Deshalb verwenden wir für die GfK auch gerne die Begriffe "verbindende" oder "wertschätzende" Kommunikation.

Hier findest Du mehr zur gewaltfreien Kommunikation - dargestellt in Zeichnungen von Andrea Müller - mehr lesen...

Viele vertrauen dem Dalai Lama - Links zu seinen Empfehlungen für ein gutes Leben

Mitgefühl und das Individuum ...mehr Mitgefühl entwickeln, das heißt, wirklich das Leiden der anderen als etwas Schmerzvolles empfinden und den Wunsch entwickeln, sie davon zu befreien. Gleichzeitig erlangen wir eine tiefere Gelassenheit und innere Stärke.
Kultiviert die innere Abrüstung! Wir müssen zu einer Erziehung des Herzens finden. Nur so können wir die Krisen der Menschheit lösen
Die Umwelt ... es geht um die Frage, wie wir überleben wollen
Religiöse Harmonie Ein parteiischer Geist kann die Wirklichkeit nicht erkennen
Weltfrieden - Der Dalai Lama: Warum ich die Zukunft der Welt optimistisch sehe

Ethik-Links

the-earth is-our home



.